Hausapotheke: Wichtige Krankheitszustände und ihre homöopathischen Mittel

Vorbemerkung

Es gibt in der Homöopathie keine Routineverschreibungen. Bei jeder homöopathischen Arzneimittelwahl geht es darum - auch bei akuten Erkrankungen und Beschwerden - über eine Fallaufnahme die Krankheit zu individualisieren. Bei Routineverschreibungen besteht die Gefahr, ein Arzneimittel nur auf äußerliche Symptome oder auf das rein äußerliche Geschehen zu verschreiben. Es gibt für jede Beschwerde aber meist mehrere oder viele verschiedene homöopathische Arzneimittel. Unter diesen Arzneimitteln muß jeweils das gefunden werdend, das den Genius der Krankheit trifft. Die individuelle Kraft jedes Arzneimittels, die über die Arzneimittelprüfungen an Gesunden sich in ganz eigenen, nur für dieses Arzneimittel typischen Symptomen zeigte, muß mit den individuellen Zeichen und Symptomen der Krankheit jedes einzelnen Menschen in Deckung gebracht werden. Das heißt, dass das Arzneimittel, das dem individuellen Krankheitszustand des Patienten in seinen entscheidenden Symptomen am ähnlichsten ist (das Simillimum), die Beschwerde dieses Patienten auch heilen wird. So muß der Verordnung eines Arzneimittels immer eine genaue Befragung (Fallaufnahme) vorausgehen. Hierbei wird die akute Krankheit oder Beschwerde individualisiert, indem alle Symptome, ihr Schmerzcharakter, der Ort der Beschwerden, die Modalitäten (wodurch Verbesserung, bzw Verschlechterung) und die Begleitbeschwerden aufgenommen werden, um dann das für diesen individuellen Zustand ähnlichste Arzneimittel zu finden.

Ein Beispiel hierfür

Rhus toxicodendron und Arnica sind beides Mittel, die bei Verletzungen und Prellungen in Frage kommen und die beide körperliche Ruhelosigkeit in ihrem Arzneimittelbild aufzeigen. Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Mitteln ist aber, dass Patienten, die durch Rhus toxicodendron eine Verbesserung und Heilung erfahren werden, sich immer kurzzeitig durch die Bewegung der betroffenen Teile und auch durch fortgesetzte Bewegung besser fühlen, wobei Patienten, die Arnica benötigen, sich durch ihre Ruhelosigkeit und durch Bewegung nicht besser fühlen; sie müssen sich aber dennoch bewegen, da z.B. jede Unterlage, auf der sie liegen, sich zu hart anfühlt. Weiterhin unterscheiden sich beide Mittel auch auf der Gemütsebene: Patienten, die Rhus toxicodendron benötigen sind eher weinerlich und ängstlich und brauchen Zuwendung, wohingegen Arnica in seinem Arzneimittelbild die Symptome hat: „Will alleine gelassen werden; Angst und Abneigung gegen Annäherung und Trost“.
Diese Symptome sind nur durch genaue Beobachtung und Befragung in Erfahrung zu bringen.
Deshalb gehört die Verordnung von Arzneimitteln in der Regel immer in die Hand eines erfahrenen Homöopathen. Es gibt in bestimmten Fällen aber homöopathische Arzneimittel, die bei bestimmten Krankheitszuständen häufiger als andere angezeigt sind und die einen ausgeprägten Bezug zu dem jeweiligen Geschehen haben. Z.B. ist bei einem Hämatom durch Schlag oder Fall häufig Arnica eines der Mittel erster Wahl.

Als Hilfe für die „Individualisierung" eines Krankheitszustandes soll der folgende Fragebogen dienen.

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